Samstag, 21. Juli 2007

Kamelreiten

Susanne hat mich um halb 7 aufgeweckt und mir den beautiful sunrise gezeigt, wir hätten doch in die Wüste gehen sollen! Aber was solls, Susanne ist los um die 3stündige Tour zu buchen, am Tag ist es sicher auch schön. Das Frühstück war mal wieder ernüchternd, wir haben unser Frühstücksei und eine bleiches Hefeschneckchen gegessen, die anderen Sachen waren nicht so verlockend.

Um halb 9 hat uns ein Taxi zu den Kamelen gebracht. Ein kleineres weißes und ein großes bockiges Kamel standen bereit. Ich hab natürlich das störrische Leitkamel erwischt. Um den Kamelrücken ist ein Holzrahmen auf einer Decke befestigt. Vor dem ersten Höcker ist ein Metallbügel zu festhalten. Eigentlich dachte ich, der Kamelführer würde auch mitreiten, aber er ist neben uns hergelaufen und hat mein Kamel geführt. Eine halbe Stunde sind wir auf Schotterwegen gelaufen, danach durch einen Friedhof. Jede Familie hat ein abgetrenntes Stück, in dem die Toten mit einem Hügel Sand bedeckt werden. Ist schon irgendwie komisch da einfach durchzutrampeln.

Danach waren wir am Rand der Wüste - ein wunderschöner Ausblick und keine Menschenseele weit und breit - a Traum!
Auf gerader Stecke und bergauf funktioniert das Kamelreiten ganz gut, aber bergab hat man das Gefühl nach vorne zu fallen. Zwischendurch sind wir auch mal stehen geblieben und haben Fotos machen lassen :-). Ich hab dann die Zügel von meinem Kamel bekommen, damit wir nicht durchbrennen. Ziehen heißt anhalten :-)

Nach 1 1/4 Stunden mussten wir absteigen und unser Kameltreiber hat 12:00 in den Sand geschrieben und mit Händen und Füßen erklärt, dass er jetzt erst mal geht und wir 2 Stunden die Sanddünen hochlaufen sollen. Er ist auf mein Kamel gestiegen und davongeritten. Da standen wir jetzt. Es ist übelst heiß, wir haben nur Sandalen an. Wir sind losmarschiert, aber es ist einfach zu warm, man würde sich die Füße verbrennen. Also haben wir uns an der Schattenseite einer Sanddüne niedergelassen und uns gesonnt.

Nach 2 Stunden kamen auch die Kamele mit 2 neuen Touris zurück. Die wollten erst maulen (verständlich bei dieser Hitze von 12-14:00 Uhr in der Wüste zu sein ist kein Spass), aber sie konnten auch kein chinesisch und hatten deshalb keine Wahl.
Auf dem Weg zurück hat die Sonne richtig runtergebrannt und wir haben auch langsam unsere Allerwertesten gespürt. 3 Stunden am Stück auf dem Kamelrücken wären wohl doch ein bißchen viel gewesen.
Zurück in der Oasenstadt sind wir nochmal zum Nudelessen gegangen. Susanne hatte komische, geschmacklose Spaghetti, aber ich bin ja nicht so ich hab brüderlich geteilt.

Nach einer Dusche und einer Stärkung bei John's Information Cafe bin ich noch ein bißchen bummeln gegangen. Danach gings dann auf zum Bahnhof. Wir haben unser 4er Abteil mit eine jungen chinesischen Familie mit kleinem Sohn geteilt. Die Betten waren sauber und es ist gut auszuhalten. Mit dem Zug sind wir durch die Wüste, vorbei an einem Windpark, haben den Sonnenuntergang gesehen, die Steppe,....