Montag, 1. Oktober 2007

Mount Everest Basecamp

Paul hat heute Geburtstag und will diesen im Basecamp des Mount Everest feiern. Das ist auch der Grund warum wir uns nicht, wie es empfohlen wird, erst ein paar Tage in Lhasa akklimatisiert haben und gleich am Tag nach unserer Ankunft weitergezogen sind.

Kurz nach Tingri/Shegar mussten wir durch die erste Kontrolle Richtung Mount Everest. Ab hier dürfen Touris nur noch mit Reiseführer traveln. Norbu, unser verplanter Reiseführer, hatte Probleme, weil irgendwelche Papiere nicht gültig waren. Nach einer halben Stunde Diskussion und einigen Telefonaten haben sie uns, mit Norbu, dann endlich doch durchgelassen und wir haben uns auf einer gut befahrbaren Schotterpiste die Serpentinen zum Pangla Pass hochgerast (unser Fahrer hat mal wieder gedacht, er muss zeigen was der Jeep hergibt, auch wenn wir ihn alle 5 Minuten gebeten haben langsamer zu fahren...).

Die Aussicht vom Pangla Pass ist der Hammer: von weltweit 16 Bergen, höher als 8.000 m , sieht man hier 5 auf einem Blick:





Mt. Makalu-8.463 m, Mt. Lhotse-8.516 m, Mt. Everest-8.844 m, Mt. Cho Qyu-8-201 m, Mt. XiXiaBangMa 8.012 m.

Da wir uns mit dem Fahrer nicht vernünftig unterhalten können, hab ich Norbu gefragt, ob er nochmal auf unsern Raser einreden kann. Da das in den letzten Tagen aber auch nicht gewirkt hat, wurde die Strategie gewechselt, er hat mich vorgeschickt (typisch!) und meine Beschwerde wortwörtlich übersetzt. Also hab ich meinen Hundeblick aufgesetzt und mit einem breitem Grinsen um mehr Fotostopps und ein paar kmh weniger gefragt.

Als wir weitergefahren sind haben wir den Burschen noch mit einem KitKat bestochen und danach war er wie aufgewechselt, er ist anständig gefahren und hat selbst Fotostopps vorgeschlagen!

Es ist so schön, dass manche Sachen auf der ganzen Welt genau gleich sind: z. B der Geschmack vom Cheeseburger bei McDonalds oder die Reaktion der Männer, die gleiche Masche zieht überall :-)

Am Rungbuk-Kloster haben wir unsere letzte Pause vor dem Basecamp gemacht und die letzten Fotos von der Ferne geschossen. Eine Gruppe Fahrradfahrer (ja ihr lest richtig, es gibt Verrückte, die in dieser Höhe hunderte von Höhenmetern überwinden um am Basecamp mit dem Radl anzukommen!) hat sich aufgeregt, weil wir Ihnen drei Minuten ihrer Fotosession vermasselt haben! Die dünne Luft bekommt manchen wohl nicht...

Mit dem Jeep sind wir bis zu den Zelten des Basecamp gefahren, die restliche Strecke (3-4 km) muss man zu Fuß oder mit der Pferdekutsche zurücklegen, weil der Gletscher vor der Airpolution der Autos geschützt werden soll. Hilft meiner Meinung zwar nicht, aber dann ist das letzte Stück wenigstens ruhig und man kann den Blick ohne Krach und Staub genießen

Die Nacht werden wir im Disney Land-Zelt verbringen. Die Zeltbesitzer haben uns gleich eine riesige Thermoskanne Wasser und Tee gebracht. Trinken ist total wichtig, damit man die Höhe besser verträgt. Nach einem Teller gebratenem Reis sind wir, mit Schal und Mütze eingepackt, 1,5 Stunden zum Real-EBC hochgelaufen. Ihr werdet denken, 90 Minuten für 3 oder 4 km sind ja eine ganze Menge, aber die Höhe hat es in sich. Kleinigkeiten, die man auf normaler Höhe gar nicht merkt, hauen hier richtig rein! Wenn man übertreibt wird man gleich danach mit Kopfweh oder Schwindel bestraft!

Oben angekommen gabe es dann das Geburtstagsständchen und einen kleinen Geburtstagskuchen für Paul. Auf die Kerzen mussten wir verzichten, wir haben alle Touris zum Wind aufhalten zusammengetrommelt, aber wir hatten keine Chance! Nach einer ausgiebigen Fotosession sind wir zurück zum Lager gelaufen.

Jetzt hats mich erwischt! Beim Abstieg hatte ich leichtes Kopfweh, aber im Zelt hab ich gedacht mein Kopf platzt! 2 Aspirin und eine Stunde später wars aber wieder OK. Das Geburtstagsfasserl ist trotzdem zu geblieben. Wahrscheinlich war das Pauls ruhigste Geburtstagsparty seit 25 Jahren. Wir saßen mit den Fahrern im Zelt und haben uns mit Kräutertee zugeschüttet. Susanne hat gekochte Kartoffeln bestellt. Irgendwann saßen dann alle da und haben trockene Kartoffeln gemumpfelt :-).

Dieser Sonnenuntergang, was soll ich sagen, schaut das Bild an! Da wir alle mehr oder weniger angeschlagen waren hat sich unser special-driver rührend um uns gekümmert. Immer wieder Tee gebracht (er hat sogar seinen teuren Health-tea geopfert) und uns irgendwann empfohlen nichts mehr zu trinken, weil es nachts schweinekalt wird und man beim rausgehen bitterlich friert. Das ganze konnte er natürlich nicht sagen, sondern er musste es vorführen, weil wir ihn ja nicht verstehen, sehr lustig! Lachen ist aber gar nicht gut, da fangen die Kopfschmerzen wieder an... Vor dem Schlafengehen sind wir nochmal eingemummelt (mit Skihose, Jacke, Mütze und 3 Fliespullis) raus und haben den Sternenhimmel bewundert. Traumhaft man sieht so viele Sterne, weil fast kein Licht da ist.

Nachts war es so kalt, dass sogar der Tee in den Gläsern im Zelt gefroren ist! Wir mussten aber nicht frieren. Wir hatten alle unsere Schlafsäcke dabei und haben noch 2 fette, warme Steppdecken bekommen. Christine und Paul ging es nicht so gut, wir haben mitgelitten, weil wir alle auf einer Bank geschlafen haben und man jede Bewegung mitbekommt.