Mittwoch, 31. Oktober 2007

Wo der Tiger sprang

Von Tinas Guesthouse haben wir eine 3-stündige Wanderung zur Stelle unternommen, die der Schlucht den Namen gab: ein Tiger soll seinem Jäger entkommen sein, indem er an der schmalsten Stelle der Schlucht zur anderen Seite gesprungen ist. An der Stelle ist ein Fähnchen angebracht. Mehr als das hat uns die Wucht des Wassers beeindruckt. Gestern sind wir immer 100-300 m über dem Wasser gewandert und heute haben wir uns von der Größe des Flusses (die man von oben total unterschätzt) aus nächster Nähe überzeugt.

Zurück nach oben haben wir einen anderen Weg genommen: über Leitern, die lt. Guide "a little steep" sind. Tatsächlich ging es senkrecht auf Metallleitern die Wand hoch. Aber wir sind ja schwindelfrei und so waren wir schnell wieder beim Guesthouse und haben uns auf den langen Weg nach Zhongdian gemacht.

Unterwegs haben wir den Haba Snow Mountain gesehen und viele terrasierte Felder. In Baishui wollten wir Mittagspause machen. Es gab nur ein kleines "Lokal". Uns wurden alle Zutaten gezeigt, wir haben u. a. Tomaten, Ei, Kürbis und Kartoffeln ausgesucht und dem Koch freie Hand gelassen. Das Ergebnis war eine echte Überraschung: Tomate mit Ei, Kürbissuppe UND Erpflbagges oder Reibedatschi oder wie auch immer man Pfannkuchen aus Kartoffeln noch so nennt! A Draum wie der Franke sagt :-). Wir haben gleich nochmal nachgeordert.
Da die Gegend für ihre Walnüsse bekannt ist, gabs als Nachtisch ein Tütchen voll.

Anschließend gings zu Baishui tai. Die bunte Kalkstein-Formation entstadn durch das unendliche Aufschichten von Tosco, d. h. kalkhaltigen Sedimenten, die durch Auflösung des Kalzium Bicarbonats im Wasser frei werden und hier Terassen gebildet haben. Wir haben zwar schon in Huanglong die riesige Anlage mit wunderschönen blauen Pools gesehen (an die kommen diese Terassen hier nicht ran), aber sowas schauen wir gerne öfters an.

Die Fahrt nach Zhongdian war lang und kurvig, allen wars schlecht! Als wir angekommen sind haben wir so gefroren, dass wir nur kurz durch die Stadt gebummelt sind und dann zu Yaksteaks und einem Kübel Tee ins nächstbeste Lokal geflüchtet sind.